Unser Einsatz gilt Ihrem Platz in der Gesundheit
Eine Seite zurückDruckversion dieser Seite (in neuem Fenster)

Sozialpsychiatrische Angebote

Die pro mente tirol  deckt folgende Funktionsbereiche des Gemeindepsychiatrischen Verbundes ab. Für die einzelnen Bereiche wurden und werden nach wie vor spezifische Angebote und Hilfen entwickelt, die sich an den Bedürfnissen der Klientinnen und Klienten orientieren.

Ambulante Angebote
Abklärung, ambulante sozialpsychiatrische Beratung - Behandlung - Betreuung - Begleitung, Krisenintervention, Case-Management, aufsuchender Dienst, Vermittlung anderer Dienste, Prävention

Tagesgestaltung
Stabilisierung, Orientierung, Abklärung, Basisrehabilitation, Kontaktfindung, Beschäftigung, gesellschaftliche Teilhabe, Freizeitangebot

Wohnbetreuung
Selbstversorgung, Alltagsbewältigung, Kommunikation, individuelle und spezielle Wohnformen

Arbeit und Ausbildung
Berufsorientierung, Arbeits- und Berufstraining, Training on the job, berufliche Integration, Berufsbegleitung, Integrationsbetrieb

Unsere rehabilitativen Angebote und Hilfen stehen Menschen mit psychischen Erkrankungen und psychischen Beeinträchtigungen offen.

Den nachstehenden Haltungen (B. Eikelmann 1997) schließen wir uns an:

  • Auch nach langandauernden Erkrankungen findet sich bei jedem psychisch Kranken ein Rehabilitationspotential, das es zu entfalten gilt,
  • Menschen mit psychischen Erkrankungen sind nicht Objekt der Behandlung sondern Handelnde und Wählende im Rehabilitationsgeschehen,
  • Jede Behandlung und Betreuung in einer Einrichtung soll den Betroffenen ein möglichst großes Maß an Selbstbestimmung überlassen.

Unsere Haltungen basieren auf den nachfolgenden Veränderungszielen der Psychiatriereform (Tabelle nach H. Kunze, 2001):

  Vor der Reform Nach der Reform
Lebensverhältnisse inhuman normalisiert
Ansehen von psychisch Kranken Stigmatisierung Wertschätzung
Bürgerliche und soziale Rechte benachteiligt gleichgestellt
Zwangsmaßnahmen institutionelle Willkür institutionelle Kontrolle
Behandlungsmöglichkeiten gering erheblich
Krankheitsverständnis eindimensional mehrdimensional
Therapeutische Beziehung patriarchalisch partnerschaftlich
PatientInnen hilfslose Objekte ExpertInnen für ihre Behandlung
Angehörige ausgegrenzt aus Behandlung Mitwirkende
Ziel der Hilfe Ausgrenzung Partizipiation
Psychatrische Angebote wohnortfern wohnortnah
Art der Hilfe stationär vor ambulant ambulant vor stationär
Ausrichtung der Hilfen institutionszentriert personen- und lebensfeldzentriert
Psychatrie-Reform getragen von wenigen ExpertInnen und PolitikerInnen Kommunen, Ländern, Bund, Verbände

Das Prinzip der Humanität steht an erster Stelle. Es gibt Ziele, die sich auf gesellschaftliche und rehabilitative Rahmenbedingen, auf die erheblichen Fortschritte in der Behandlung und Rehabilitation, auf Veränderungen in der Einstellung bei, sowie gegenüber Betroffenen (KlientInnen und Angehörigen), sowie auf die Organisationsform von psychiatrischen, psychotherapeutischen und soziotherapeutischen Hilfen beziehen.

Für Menschen mit ausgeprägten oder lang andauernden psychischen Erkrankungen ist als Folge des erweiterten psychosomatischen Modells (bio-psycho-soziales Modell) eine umfassende Diagnostik, ein längerfristiges Rehabilitationskonzept sowie die entsprechenden Rahmenbedingungen und Einrichtungen erforderlich. Dabei gilt es medikamentöse, psychologische, psychotherapeutische sowie soziale Behandlungsansätze sinnvoll in einem Gesamtangebot zusammen zu führen. Behandlung und Rehabilitation können jedoch nur im partnerschaftlichen Austausch zwischen BehandlerInnen, KlientInnen und Angehörigen erfolgreich sein. Mehr zu den Grundlagen unserer Arbeit.

Die Inanspruchnahme unserer Dienste wird vertraulich behandelt; wir unterziehen uns den Regeln der Schweigepflicht.
Bis auf kurzfristige Beratungen, die kostenfrei und auf Wunsch anonym von den MitarbeiterInnen der Psychosozialen Dienste geleistet werden, bestehen für die Nutzung und Finanzierung unserer Angebote klar geregelte Voraussetzungen.

Für die Rehabilitation steht ein multiprofessionelles Team zur Verfügung. Diese setzt sich in Abhängigkeit vom jeweiligen Funktionsbereich aus unterschiedlichen Berufsgruppen zusammen. Ihnen ist gemeinsam, dass neben den Fähigkeiten, die sie aus ihrem Ursprungsberuf mitbringen, sie sich zusätzlich einer spezifischen sozialpsychiatrischen Ausbildung unterziehen. Inter- und Supervision sowie weiterführende Aus- und Fortbildung tragen zur Sicherung der persönlichen und fachlichen Kompetenzen bei (siehe auch: Personal & Personalentwicklung).

Um eine gute Erreichbarkeit unserer Angebote, den Verbleib in der gewohnten Umgebung und die gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, wurden in fast allen Tiroler Bezirken von uns "Zentren für Psychische Gesundheit" eingerichtet.